Der Bahnhof Görlitz und seine weitere Entwicklung  (ab 2000)    

Die hier dargestellten Fakten beruhen auf Tatsachen und sind durch mich kommentiert. Meine Sicht der Dinge muss sich nicht mit der der Leser decken, ich versuche aber die Details, ohne emotionale Bindung darzustellen!  Auch werde ich versuchen auf alle aktuellen Daten zu reagieren, was jedoch nicht heißt das dies ein vollständiger Abriss der weiteren Entwicklung  darstellen wird!                        

15.05.2004

"S&H Uhr von W8 im ESTW  (Unterzentrale Görlitz) "

Aktion Zeigersprung wurde erfolgreich durchgeführt; nun springt der Zeiger wieder jede Minute um ein Sechzigstel nach rechts herum. Übrigens mit richtigem Schneckenrad und magnetischem Feld, angetrieben mit einem 24 V- Impuls, so wie zu alten Zeiten. Noch was - der Durchmesser der Uhr ist so gross wie die Diagonale der Monitore des Notbedienplatzes, nur die Uhr ist strahlungsärmer.

Es ist nicht 5 vor 12, es ist viel viel später !

  Brand im Stellwerk B5 in der Nacht vom 23/24.11.2002

Seit dem Frühjahr 02 sind wir bemüht die Räume von B5 zu mieten um die dortige Technik zu erhalten. Nach vielen Bemühungen und Gesprächen zeichnete sich endlich eine positive Richtung ab. Ein Anruf von Thomas Striese am 24.11.02 informiert mich, dass in der Nacht vom 23/24.11.02 ein Brand im ehemaligen Stellwerk B5 ausgebrochen sei. Der Lokführer vom 453 bemerkte bei der Einfahrt (23.44 Uhr) Rauchentwicklung. Die Feuerwehr wurde durch den BGS ca 15 Minuten später verständigt. Nachmittags mache ich mir vor Ort die ersten äußerlichen Bilder von dem Schaden. Der Brand brach mit großer Wahrscheinlichkeit im Bereich der "Küche" aus. Das Fenster in dieser Richtung ist eingeschlagen, ebenso das Fenster am Schreibtisch des Fdl. Der Stellwerksraum macht  einen verrußten Eindruck, die Scheiben sind beschlagen. Andere Fenster sind geöffnet. Das Fenster vom ehemaligen Relaisraum ist ebenfalls offen. Die "Küche befand sich zwischen Stellwerks,- und Relaisraum. Ob durch die Löschmaßnahmen größerer Wasserschaden entstanden ist, konnte von außen nicht beurteilt werden. Die elektrische Anlage im Stellwerksgebäude war auch nach der Außerbetriebnahme nicht abgeschaltet und vermutlich der Außlöser für den Brand (hat sich so auch bestätigt).

Am 26.11.2002 steht dazu in der Sächsischen Zeitung unter Polizeibericht: " Langsamer als gewohnt sind die Züge in der Nacht zu Sonnabend gefahren. Ursache war ein Brand im Stellwerk B5 der Strecke Görlitz - Dresden (Brautwiesentunnel). BGS-Beamte hatten den Brand am Freitagabend gegen 23.45 Uhr entdeckt und die Feuerwehr informiert. Nach dem Aufbruch der Gebäudetür begann der Löschangriff 0.30 Uhr. Über die Brandursache und die Schadenshöhe ist noch nichts bekannt." (Datum und Tagesangaben weichen in der SZ ab!)

Brandherd in der Küche - man sieht in den Relaisraum und die herabhängende E-Installation / Hebelbank mit Pultaufsätzen

Am 28.11.02 treffe ich mich mit Thomas um den entstandenen Schaden einmal näher zu betrachten. Mit einem mulmigen Gefühl betreten wir das Gebäude. Schon im Eingangsbereich schlägt uns Brandgeruch entgegen, Ruß überall. Aber so richtig schlimm wird es erst als wir die Treppe hinauf steigen, die schwarzen Wände unwirklich und fremd. Man meint mit jeder Stufe die man steigt ,tiefer in den Keller zu gelangen. Die größten Schäden befinden sich im Bereich der "Küche", die Elektroinstallation hängt nur noch in blanken Drähten von der Decke, die Holzwand Richtung Relaisraum weißt ein großes Loch auf, Schutt liegt am Boden. Der Brandherd ist gut erkennbar. Trotzdem das Fenster offen ist kann man in der Dunkelheit nur schemenhaft Details erkennen. Die schmorenden Leitungen über der Tür zum Stellwerksraum haben die Verglasung platzen lassen. Das Stellwerk ist auch ein Opfer des Qualmes, alles rußüberzogen, die Fenster beschlagen, das nur wenig Licht eindringt und alles in einer gespenstischen Dämmerung liegt. Die Hebelbank hat nicht´s mehr von ihrem grün, Konturen von den Farbscheiben und der  Beschilderung lösen sich auf, werden eins mit ihrem Hintergrund.  Kennt man diesen Raum wirklich oder ist alles nur ein Traum?  Die Bilder brennen sich in´s Gedächtnis und man wird sie erst später ordnen. 

07.04.03 An diesem Tag haben wir begonnen in der Bahnhofshalle eine kleine Ausstellung zum Thema "Eisenbahn" im ehemaligen Reisecenter aufzubauen. Auch im Personentunnel gestalteten wir 3 Schaukästen zum Thema. Die Räumlichkeiten und Schaukästen hat uns das Bahnhofsmanagement des Bahnhofes Görlitz ( Frau Müller und Team) kostenlos zur Verfügung gestellt. An dieser Stelle möchten wir uns dafür recht herzlich bedanken. Zum Tag des offenen Denkmals (14.09.03) waren wir vor Ort und konnten Interessierten viele Fragen beantworten,auch das ehemalige Stellwerk W3 lud zum Besuch ein. Vom Turm über der Bahnhoshalle hatte man Gelegenheit  sich einmal von oben einen Überblick über die Bahnanlagen und das Stadtgebiet zu verschaffen. Die Nachfrage zur Turmbesteigung war enorm. Über die Resonanz an diesem Tag waren wir sehr erfreut.

07.04.03 Ausstellung im Reisecentrum im Aufbau / 14.09.03 Tag des offenen Denkmals ( inks St.Reitinger) - in W3

Blick vom Turm der Bahnhofshalle Richtung Westen

23.10.2003 Objektbegehung (W2, W3, R4, R7, W8) auf dem Bahnhof Görlitz mit den Geschäftsbereichen und einer Firma zum Abriss der Gebäude, B5 stand bei dieser Begehung nicht auf dem Plan.

21.11.2003 Artikel in der Sächsischen Zeitung / Neue Pläne für einen Busbahnhof / Busse fahren in den Görlitzer Bahnhof / Neuer Tunnel mit Aufzügen verbindet Bus und Bahn. Eine Planung spricht von einer Fahrbahn ab Kreuzung Krölstraße parallel zur Bahnhofstraße entlang der Bahnsteighalle. Anstelle von Gleis 3, 4 und 5 könnten dann künftig Busse rollen. An Stelle des ohnehin zum Abriss stehenden nördlichen Tunnelteils (Jakobstunnel) würde eine Fussgängerbrücke Bus und Bahn mit dem Parkhaus verbinden. Bleibt die Frage was die Planung zu dem denkmalgeschützten Lade-Bockkran auf Gleis 63 sagt. W3 steht zum Abriss und die ersten Kostenvoranschläge sollen bereits eingeholt worden sein. Aber warum spricht man gleich von Abriss? Könnte nicht das Gebäude von W3 in das Konzept eingebunden werden? Ein Aufenthalts,- oder Warteraum, eine Standkasse und ein Servicebereich sind doch bestimmt nötig. Da könnte doch das alte sanierte Gebäude von W3 sicher eine neue Nutzung erfahren und sicher auch für alle die Kosten reduzieren.

17.12.2003 Am frühen Nachmittag stehen auf dem Bahnhof Görlitz für fast 2 Stunden alle Räder still, Grund waren Arbeiten am System mit unvorhergesehenem Effekt! Zitat Sächsische Zeitung vom 19.12.03 : " Eine Störung im elektronischen Stellwerk des Bahnhofes Görlitz führte am Mittwoch zu deutlichen Verspätungen der LausitzBahn. Zwischen 13.50 und 15.40 Uhr waren keine Einfahrten im Bahnhof Görlitz möglich. "Damit die Reisenden aber dennoch ihr Ziel erreichen konnten, wurde umgehend Schienenersatzverkehr durch die Verkehrsgesellschaft Görlitz (VGG) eingerichtet", sagte Andreas Trillmich, Geschäftsführer der LausitzBahn GmbH. Nachdem die Störung behoben und die Folgeverspätungen ausgeglichen waren, lief der Zugverkehr der LausitzBahn wieder planmäßig."

19.12.2003 Schreiben an den Nahverkehr, den Bahnhof und den Denkmalschutz. Wir erklären, das das alte Stellwerk W3 erhalten bleiben könnte und sich gut in das Projekt "Bus-Bahn-Hof" einfügen lassen könnte. Wir begründen unseren Vorschlag für alle beteiligten Seiten mit  eingesparten finanziellen Mitteln für Abriß und neuen Service, sowie den Erhalt der Bahnhofsarchitektur im Ganzen als einheitliches Bild. Gegen Mittag erreicht mich eine Information, das für den 05.01.04 - 30.01.04 die Betra 10053 (Betriebs,- und Bauanweisung) vorliegt - Abriss ehemaliges Stellwerk "W3" Bahnhof Görlitz. Damit fällt das vor 10 Jahren sanierte Gebäude als erstes dem Abriss zum Opfer. Unsere Bemühungen werden nichts mehr erreichen, das sichern der Technik - bis auf einzelne Teile - wird in dieser Zeit auch nicht mehr möglich sein.

19.02.2004 Auf unser Schreiben hat nur Connex - Herr Trillmich - geantwortet, von den anderen Stellen kam nicht die kleinste Reaktion. Gerade der Denkmalschutz enttäuscht in dieser Hinsicht sehr. Denkmalschutz wird heut wohl anders verstanden, wo Beamte in ihren Büros herrschen und die Finanzen eh knapp sind! Nachdem die Arbeiten am Gebäude von W3 einige Zeit ruhten ging es jetzt wieder weiter, das Dach ist abgedeckt und die Stellwerkstechnik liegt als trauriger Haufen im Gleis. Nicht mehr lange und nichts erinnert mehr an dieses, das Bahnhofsbild, prägende Stellwerk. Auch um die Gleisanlagen Steuerhof und Westseite steht es nicht gut- Rückbau heißt das Zauberwort. Güterverkehr auf der Schiene ist in unserer Region eh eine Seltenheit geworden, Gleisanlagen werden somit überflüssig und entbehrlich.

W3 wird "keingemacht" /  Bauform S&H 1907/12 kaum noch zu finden und hier Schrott!

05.03.2004 W3 ist bis auf die Grundmauern abgetragen und es wird nicht mehr lange dauern, da erinnert nichts mehr an den imposanten Bau rechts des Bahnsteiges Gleis 3/4. Damit ist eines der erhaltenswerten Stellwerksgebäude ( B5, W3) vom Bahnhof Görlitz Geschichte. Die neue Betra für den Abriß von W2 ist nur durch den Verzug der Arbeiten an W3 noch nicht in Betrieb, wird aber die nächsten Tage sicher auch anlaufen.

 08.03.2003 In den frühen Morgenstunden lagen Teile der Südstadt und von Weinhübel für mehrere Stunden im dunklen. Der Bahnhof Görlitz war mit der Bahnsteig- und Empfangshalle sowie der Gleisfeldbeleuchtung ebenfalls betroffen. "Ganz normale Verschleiß-Erscheinungen" (2 defkte Leitungen) waren nach Auskunft der Stadtwerke die Ursache für den Stromausfall, wie in der SZ zu lesen war.

16.03.2004 Mit heutigem Tag geht Betra 10295 (Abriss W2) in Betrieb, bis zum 30.04.2004 soll auch W2 von der Bildfläche verschwunden sein.

23.03.2004 Die Arbeiten sind in vollem Gange, das Hebelwerk ausgebaut und das Dach wird gerade begonnen abzutragen.

Die Länge der Hebelbank mit einst 44 Weichen kann man nicht mehr erahnen, moderne Technik von einst - nur noch Schrott.

02.04.2004 Die SZ kommentiert mit Bild in der Lokalausgabe: Wieder ist ein Stellwerk Geschichte Das Wäterstellwerk in Höhe der Waschanlage Sattigstraße ist nicht mehr. In dieser Woche wurde das bei Eisenbahnern als W2 oder auch Got (Görlitz Ostturm) bekannte Stellwerk abgebaut. Es folgt damit dem nicht mehr vorhandenen Rangierturm 1 und den Stellwerken W3 (an der Salomonstraße), R4 (Güterbahnhof), R6 (Kohlehandel), R7 (Drehscheibe) und R9 (Bahnbetriebswerk. Das noch vorhandene Stellwerk W8 oder Gwt (Görlitz Westturm) ist in den nächsten Wochen dran. Lediglich das Befehlsstellwerk (B5) ist noch für einen eventuellen Erinnerungserhalt im Gespräch.

Anmerkung : Abgerissen wurde bisher nur W3, bei den Handweichenposten (R...) sind immer noch Gebäudeteile (R1, R6 Teilabriss zu DDR-Zeit) vorhanden bzw stehen noch (R4, R7)

09.04.2004 Das Stellwerk W2 hat sein Gesicht verloren, damit ist der etwas eigene Baustiel dieses Gebäudes fast ausgelöscht.

22.04.2004 Am heutigen Tag erscheint in der SZ ein größerer Beitrag von mir zum Thema Stellwerke und Bahngeschichte "Gnadenfrist für elektrischen Reiter". In der Zeit vom 22.04 bis 06.05.2004 findet eine öffentliche Ausstellung der Pläne zum Umbau des Görlitzer Busbahnhofes (Verknüpfung Bahn/Bus siehe 21.11.03) im Quartiersmanagmentbüro, Berliner Str.26, statt. Am 27.04 folgt eine Gesprächsrunde mit Vertretern der Eisenbahn und der Verkehrsplanung zu der interessierte Bürger herzlich willkommen sind. Na da gehen wir doch mit unseren Fragen mal hin.

27.04.2004 Das Stellwerk W2 ist bis auf die Fundamente abgetragen, damit ist ein weiterer Bau aus dem Bahnhofsbild für immer verschwunden.

Um 18.30 trafen sich zur Gesprächsrunde 10 interessierte Bürger (Quartiersmanagementbüro) um nähere Informationen zur geplanten Umgestaltung des Busbahnhofes zu erhalten. Der Verkehrsplaner Herr Hennig erklärte und erläuterte sehr detailiert den geplanten Umbau. Für Fragen standen ebenfalls Herr Lippert vom Bahnhofsmanagement und Herr Maciejeski vom ZVON zur Verfügung. Das Konzept macht einen recht soliden und durchdachten Eindruck. Der Komplette Rückbau der Güterverkehrsanlagen läßt allerdings die Frage offen, warum einerseits für den Güterverkehr auf die Schiene plädiert wird, hier aber alles in eine andere Richtung läuft. Hier wäre allerdings die Politik gefragt, etwas in diese Richtung zu unternehmen. Das Projekt BusBahnhof ist jedenfalls begüßenswert und als Schnittstelle der Verkehre positiv zu bewerten. Auf meine Frage, warum auf unser Bemühen (siehe 19.12.03) W3 zu erhalten nicht reagiert wurde, wurde ausweichend geantwortet und es gab eine Entschuldigung vom ZVON - allerdings erst nach Veranstaltungsende. 

11.05.2004 Im Bereich W3 ziert ein Schild das Gleisfeld, "Ab 12.05.2004 werden Gleisbauarbeiten durchgeführt. Beim Abstellen von Fahrzeugen bitte 5m Abstand zum Gleis halten." Mit <Gleisarbeiten> meint man hier allerdings den kompletten Rückbau. Am 13.05.04 fehlte bereits das alte Gleis 59, auf das Schild folgte schnelles Handeln. Der seit Jahren nicht mehr besetzte Posten R4 indes steht noch. Güterverkehr ade!

17.05.2004 Mit Betra 10632 begann am heutigen Tag der Abriss von W8, bereits am 18.05 lag das Hebelwerk auf einem Flachwagen. Der Posten R7 ist zu diesem Zeitpunkt schon fast Geschichte, nur einige Mauerreste kündigten noch von seinem Dasein. Im Bereich des ehemaligen Schrottplatzes (Westseite) werden Reisezugwagen verschrottet. Das Bild von Verschrottung, Abriss und Rückbau läßt die einstige, rege Betriebsamkeit, nicht mal mehr in Ansätzen erahnen.

09.06.2004 Die Arbeiten sind bereits weit fortgeschritten, an das ehemalige Stellwerk W8 erinnert fast nichts mehr (eine reichleiche Woche liegt dazwischen).

 

22.08.2004 Die Gebäude von W2, W3, R7 und W8 sind aus dem Bahnhofsbild verschwunden und der Unkrautbewuchs läßt kaum noch ihren ehemaligen Platz vermuten.

Ost,- und Westkopf des Bahnhofes Görlitz

25.09.2004 / 29.09.2004 An beiden Tagen kam es jeweils wegen einem Bombenfund auf einer Baustelle, Biesnitzer Str., zu Verspätungen im Regionalverkehr. Wegen der Entschärfung, der beiden 100-Kilo-Fliegerbomben sowjetischer Herkunft mit zwei getrennten Zündern, mußte ein größerer Bereich evakuiert bzw abgesperrt werden.

11.05.2005 Am heutigen Tag erhielt unsere Ausstellung im ehemaligen Reisecenter ein neues Glanzlicht.Ingo Wobs (Bildmitte) hat innerhalb von 2 1/2 Jahren , in mühevoller Kleinstarbeit den Görlitzer Neißeviadukt im Maßstab 1:87 nachgebaut. Der Viadukt hat eine stolze Länge von 6,40m und Ingo hat über 2346 Stunden Freizeit in das Projekt gesteckt. Die filigranen Details lassen das Herz eines jeden Modellbauers höher schlagen und ein Besuch in der Bahnhofshalle Görlitz sollte man sich nicht entgehen lassen! Das nächste Projekt - das Görlitzer Empfangsgebäude - ist bereits in Planung, man kann gespannt sein.

Klaus Scholz, Uwe Stark, Ingo Wobs, Dietmar Scharf, Klaus Wiesner / Details

11.07.2005 Im Juni wurde bekannt das wir das ehemalige Reisecenter im Bahnhof wegen Renovierungsarbeiten räumen müssen. Für den Viadukt interessierte sich bereits das Verkehrsmuseum in Dresden und wir konnten mit unsere Ausstellung in die Schaufenster Jakobstr. Nr. x umziehen. Am heutigen Tag war wieder alles unter Dach und Fach.

31.08.2005 Die letzte Doppelweiche (eine Weiche beginnt , bevor die vorherige endet) 126/127 ist nicht mehr befahrbar.

Anfang 09.2005 Die EKW 55a und b sowie die DKW 63 a/b und c/d im ehemaligen Bereich W2 wurden für den Abriss des Jakobstunnels rückgebaut. In neuen Lageplänen waren diese alten Weichen nicht mehr verzeichnet, obwohl sie körperlich noch vorhanden waren. Sie waren mit Inbetriebnahme des ESTW 2000 nicht mehr in Betrieb.

13.09.2005 Mit Betra 11197 (13.09.05 07.00 Uhr - 23.09.05 18.00 Uhr) wird ein weiteres markantes Stück aus dem Bahnhofsbild verschwinden. Das Tunnelportal des Jakobstunnels Richtung Jakobstraße wird abgerissen, durch die Arbeiten war umfangreicher Schienenersatzverkehr im Görlitzer Nahverkehr angesagt. Ein weiterer Umbau Richtung BusBahnhof läßt allerdings noch auf sich warten. Vielmehr ist es darum recht still geworden.

 

Stand Nov. 2005

10.04.2006 Mit Betra 10386 vom 10.04 bis 05.05.06 geht der Rückbau der stillgelegten Gleise in der Nebenanlage (ehemals Bereich W3) weiter. Entfernt werden das Gleis 3, Reststücke von Gleis 4 und die Gleise 148,149 und 151 (alte Gleisbezeichnung 48, 49 und 51).

05.05.2006 In der Sächsischen Zeitung erscheint ein Artikel zum BusBahnhof  "Am Gleis 3 steht das Signal auf Grün". Summasumarum das Fazit das Bauziel 2005 ist Geschichte, die Kosten sind  mittlerweile auf ca 6 Millionen angewachsen - das wäre mal schon das doppelte !!  Ursachen sieht man darin das aus der Bauzeit der Anlagen kaum noch Unterlagen vorhanden sind und daher alles sehr genau untersucht und vermessen werden musste. Besonders schwierig gestaltet sich die Planung der vielen Kabel zu den alten und neuen Aufzügen der durch den Bahnhof führenden und nicht für den Publikumsverkehr offenen Tunnel. Diese Fakten hätten jedoch von Anfang an bekannt sein müssen, waren die Pläne doch früher schon immer - na sagen wir - nicht ganz aktuell. Der in der geplanten Ausfahrt stehende Postschuppen darf nun auch den Weg der alten Stellwerke gehen, auch hier heißt das Zauberwort Abriss. Spätestens  Anfang 2007 soll dann der Umbau endlich losgehen. Also ganz so Grün ist das Signal am Gleis 3 nun doch noch nicht, nur das Rot scheint etwas heller geworden zu sein.

Das Projekt gestaltet sich wie folgt. Ein- und Ausfahrt erfolgt über den Zugang zum ehemaligen Güterbahnhof Krölstraße. Hier soll ein Kreisverkehr entstehen. Richtung Süden wird eine Ausfahrt zwischen Post und Jakobstunnel gebaut. Für Fußgänger entsteht eine schmale Brücke in Ausrichtung des Jakobstunnels um den Zugang zum Parkhaus zu gewähren. Die Bushaltestellen entstehen beidseitig des Bahnsteiges  Gleis 3 und 4. Die hier entstehende Straße auf dem ehemaligen Gleiskörper hat eine Breite von knapp 10m und erhält je eine Haltespur und zwei "Fahrgassen". Der Begriff scheint mir bei den bestehenden Platzverhältnissen durchaus angebracht. Hinter der Post ist ein Wendekreis geplant und der Tunnel der alten Gepäckbeförderung erhält für den Umstieg neue Aufzüge. Bleibt zu hoffen das das Projekt ein positives Ende findet, denn derzeit ist das ganze Arial im ehemaligen Bereich W3 wahrlich keine Zierde für mit dem Zug anreisende Gäste und Touristen.

Im Jahr  2007 wurde gegenüber der ehemaligen Güterabfertigung auf dem Gelände des alten Steuerhofes eine Plus-Filiale eröffnet. Die Pläne für einen Einkaufsmarkt wurden schon im Projekt "BusBahnhof" genannt. Von letzterem ist zwar nicht mehr zu hören aber für einen Lebensmitteleinkauf steht alles bereit.

Am 12. Januar 2008 erscheint in der Sächsischen Zeitung folgender Artikel "Havarie im Stellwerk schaltet den Bahnhof aus". Verkehr. Das von Leipzig aus gesteuerte Stellwerk der Deutschen bahn AG ist gestern (11. Januar 2008) ab 5 Uhr nach planmäßigen Wartungsarbeiten im Bahnhof Görlitz ausgefallen. Dadurch konnten zunächst keine Züge die Stadt verlassen oder erreichen. Die Deutsche Bahn und auch die Lausitzbahn des Privatbetreibers Connex richteten zwischen Görlitz und Bischofswerda sowie zwischen Hagenwerder und Horka Busersatz ein. Erste durchgehende Züge rollten wieder ab 13.30 Uhr, blieben aber unpünktlich und erreichten Zittau, Dresden und Cottbus verspätet. Die Techniker der Deutschen Bahn AG waren bis zum späten Abend mit der Reparatur der Stellwerksanlagen beschäftigt. "Wir wollen, dass ab Beginn des Sonnabendverkehrs alle Züge wieder planmäßig fahren", sagte Bahnsprecherin Daniela Bals.

04.12.2010 Heute gab`s in Görlitz prominenten Besuch. Die Eckdaten: über 25m Länge, 2,30m Treibraddurchmesser, 172 Tonnen Dienstgewicht, Schwerölfeuerung seit 1967, 1972 offiziell gemessene Höchstgeschwindigkeit 182,4 km/h, schnellste betriebsfähige Dampflok der Welt.

18201 mit 2 Schlepptender bei der Vorbeifahrt am Abzweig Mückenhain Foto J.U. Bertulat

20.01.2011 In der SZ erscheint ein Artikel der sich auch zum Bus-Bahnhofsprojekt äußert. Nachdem das Projekt am 27.04.2004 in einer Gesprächsrunde der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, das denkmalgeschützte W3 aus dem Bahnhofsbild verschwand und etliches an Geld sich im Nichts auflöste, kommt es nun vielleicht doch - aber eben nur ganz anders als geplant. Da fragt man sich was das soll! Sind die, die solche Projekte planen wirklich nicht in der Lage Kosten im Vorfeld zu ermitteln und Projekte auf Machbarkeit zu untersuchen? Wer tragt die bisher entstandenen Kosten? Die Möchtegernplaner sicher nicht! Eine Posse die nun schon gut 7 Jahre dauert und immer noch kein Ende hat.

 

Hochwasser - schwere Schäden bei der Neißetalbahn

07. / 08.08.2010 Starker Regen bis zu 160 Liter auf den Quadratmeter ließ die Flüsse, unter anderem auch die Neiße, stark ansteigen.  Die Staumauer des Witka-Stausees in Polen hielt der starken Belastung nicht stand und brach auf einer Länge von 180m. Die Wassermassen - 5 Mio. m³ - bahnten sich auf drei Durchbrüchen unaufhaltsam ihren Weg in den Bertzdorfer See und hoben den Pegelstand binnen weniger Stunden um 45cm !!! Glück im Unglück, der See hat viel Wasser von Görlitz ferngehalten. Das lässt das Ausmaß der Katastrophe erahnen. Auch die Strecke Görlitz - Zittau wurde sehr stark in Mitleidenschaft gezogen, der Bahnbetrieb ist seit 07.08.2010 eingestellt. Der Bahnhof Hagenwerder selbst ist nur "geringfügig" betroffen. Der Keller von B2 sowie die Weiche 20 und die Schrankenanlagen Tauschritz und Flutmulde waren abgesoffen. Die Medien haben allerdings über den Zustand der Strecke nichts verlauten lassen. Die Bilder erinnern an das Hochwasser 2002 und die Weißeritztalbahn.

Bilder von der B99 aus Richtung See, einen Bahndamm gibt es über 300m nicht mehr / auch das Gleis Richtung PKP ist zerstört

09.08.2010 Auch die Bahnhöfe Hirschfelde und Ostritz wurden schwer beschädigt. Im Stellwerksgebäude Hirschfelde lag die Wasserstandsmarke bei 1,56m. Die Relaisanlage befindet sich ebenerdig und war somit fast komplett abgesoffen, diese ist mittlerweile ebenfalls komplett abgeschalten, die Signale sind finster. Dank geht an Th. Randig für die Überlassung des Bildes.

10.08.2010 In der SZ vom 10.08.2010 wird im Artikel "Schäden gehen in Millionenhöhe" auf Seite 13 geschrieben:

Hier bin ich mit dem Reporter ungeteilter Meinung, von mindestens einem Monat zu reden ist wohl ein schlechter Scherz. Es ist nicht nur das Streckenstück Görlitz - Deutsch Ossig betroffen. Hinter der Pließnitzbrücke sind auch große Teile stark unterspült, das Wasser richtete weiterhin Schäden an  Sicherungs- und Kabelanlagen an. Das gleiche trifft auch auf die überfluteten Bahnhöfe Osritz (PKP) und Hirschfelde zu. Die Schäden müssen in enger Zusammenarbeit mit der PKP angegangen werden, denn mit den Teilstücken der DB ist die Strecke bei weitem nicht betriebsbereit. Seit 2004 wurde mit großem Ehrgeiz am Projekt Bus -Bahnhof in Görlitz gearbeitet (siehe weiter oben). Fazit nach über 6 Jahren, passiert ist gar nichts. Große Worte allesamt in Schall und Rauch aufgelöst. Ich möchte hier keine voreiligen Schlüsse ziehen, aber reale Zielsetzungen wären in dieser Situation eine bessere Wahl gewesen. Statt Wochen hätte man lieber Monate sagen sollen! Bei den im Artikel genannten 4 Wochen soll es sich um die reine Bauzeit ohne Projektierung und Planung handeln. Autos vom Görlitzer Gleis Tiefbau wurden mehrfach im Bereich der Stecke gesehen, die Aufnahme der Schäden scheint bereits in vollem Gang zu sein.

11.08.2010 Auf dem Hirschfelder Bahnhof sind die Aufräumarbeiten angelaufen, neben den zwei schlimmer betroffenen Weichen hat es auch das Hauptgleis auf etwa 50m unterspült. Besonders schlimm sieht es im Realisraum aus. Die Stromversorgung ist noch immer nicht hergestellt.

 

In Polen sind durch den Dammbruch ca. 500 m Gleis fast nicht mehr vorhanden, um zwei Brücken sieht es nicht viel besser aus. Die Verbindung Weglinie - Turow ist nicht nutzbar. Die PKP soll angefragt haben ob es möglich ist den benötigten Kalk für das Kraftwerk Turow, sowie die Ascheabfuhr über Zawidow - Frydlant - Liberec - Zittau - Hirschfelde - Trcziniec nach Turow und Retour zu fahren.

13.08.2010 3 Tage nach der Katastrophe fährt die Odeg im Schienenersatzverkehr, die Bahnhöfe Görlitz, Hagenwerder und Zittau werden direkt angefahren, ansonsten wurden abweichende Haltestellen eingerichtet. Die Fahrzeiten verschieben sich dementsprechend. Die B99 ist provisorisch wieder durchgehend befahrbar. Auch das Stellwerk im  Bahnhof Hagenwerder wurde besetzt (Reinigungsarbeiten, Vermeidung von Vandalismus). Der Bahnhof Hirschfelde ist noch immer stromlos. Wie in der SZ (vom 13.08.2010 S.9 "Görlitzer OB: Infopannen bei Hochwasserflut") zu lesen ist, gab es wohl doch Mängel bei der Informationsübermittlung. Auch ist erkennbar, das nun jeder versucht den schwarzen Peter einem anderen unterzuschieben statt Verantwortung zu übernehmen, oder man redet sich die Probleme einfach schön. Aber was anderes hätte ich von unseren "Stadtvätern" auch nicht erwartet! Und was ist von der Zusammenarbeit mit Polen geblieben? Die steht wahrscheinlich auch nur auf dem Papier! Laut Meldung von Radio Lausitz bleibt die Strecke Görlitz - Zittau bis mindestens Jahresende außer Betrieb. Die Stadt Görlitz stellt Strafanzeige gegen den Betreiber des Witka- Stausee´s in Polen.

14.08.2010 Hoffnungsschimmer für Bahnhof Hirschfelde, es soll wohl doch nächste Woche ganz schnell losgehen. Täglich 5 Züge  (oder Zugpaare?) nach Turow. Laufweg ist über Wegliniec - Zgorzelec - Görlitz - Bischofswerda - Ebersbach - Zittau - Hirschfelde geplant. Der Bahnhof Hirschfelde müsste dazu behlefsmäßig befahrbar gemacht werden, da die Technik außer Betrieb ist. Von Jetzt auf Gleich ist aber auch dieser Notbetrieb nicht durchführbar. Derzeit überschlagen sich die Meldungen und ändern sich ständig.

18.08.2010 In der SZ von heute sind folgende Beiträge zu finden:

Seite1

Hochwasser in Sachsen Seite 6

20.08.2010 Auf einer polnischen Website sind unter anderem folgende Bilder von Krzewina (Ostritz) zu sehen, das dortige elektronische Stellwerk ging erst vor kurzem in Betrieb, die Bahnanlagen sind komplett zerstört.

01.09.2010 Verkehrsminister Sven Morlok (FDP) setzt sich für den schnellen Wiederaufbau der vom Hochwasser zerstörten "Neißetalbahn" ein."Nicht zuletzt mit erheblicher finanzieller Unterstützung des Freistaates hat die DB Netz in den vergangenen Jahren die sowohl für den Personen- als auch für den Güterverkehr wichtige Eisenbahnstrecke umfassend saniert", so Morlok. "Die Neißetalbahn muss nun schnell wieder rollen können. Sie wird sowohl in Sachsen als auch in Polen gebraucht." (Zitat örtl. Presse bzw. Rundfunk)

02.09.2010 Es erscheint in der SZ folgender Artikel:

Wenn ich das vergangene mit etwas Abstand betrachte, bleibt ein recht pfader Geschmack. Politiker reden, wenn sie es denn überhaupt tun, gerne und viel. Allein die Taten fehlen. Die "Sensationsreporter" kamen so schnell wie die Pegel stiegen - allerdings waren sie dann auch genau so schnell wieder weg. Verständlich ist das nicht, zählen nur noch Sensationsberichte und die eigenen Diäten? Das sich die Betroffenen in den Hochwassergebieten alleingelassen fühlen und die versprochenen Hilfen in Wirklichkeit keine sind, ist mehr als begreiflich. Dazu muss man nur einmal genau hinsehen, aber auch das scheint schon ein Problem geworden zu sein! Da feilscht man lieber über Schuldzuweisungen, fehlerhafte Meldewege, Versäumnisse in der Zusammenarbeit mit weiß wem. Jeder ist nur bestrebt keine Verantwortung übernehmen zu müssen. Dort Stuttgart 21, hier tote Strecke ohne genaue "zeitliche Einordnung" mit "Knackpunkt Finanzierung"- willkommen in der Realität! Bleibt zu hoffen das die Neißetalbahn nicht das Schicksal vom BusBahnhof Görlitz (siehe oben) ereilen wird, denn seit der Gesprächsrunde von 2004 ist es auch darum merkwürdig still geworden. Auch das Projekt ist für die eigene Profilierung wohl eher ungeeignet.

05.10.2010 Bereits am Freitag meldet es Radio Lausitz in den Nachrichten und heute erscheint in der SZ folgender Artikel:

Die Worte hört ich wohl, allein es fehlt der Glaube. Ist hier nicht von könnte und wenn die Rede und so sicher ist dann auch wieder nichts. Bleibt die Frage was uns hier gesagt werden soll? Eigentlich - nichts! An der Strecke sieht es aus wie vor Wochen, es ist sichtbar noch kein Handschlag erfolgt (Oberbau) und auch die Schäden gehen weiter als wie man auf den ersten Blick (z.B. Kabel- und Sicherungsanlagen) sieht.

 15. und 16.10.2010

 

15.10.2010  /  16.10.2010

Die SZ vermeldet das die Gelder für die Instandsetzung der Strecke Görlitz - Zittau angeblich zum Abruf bereit stehen. So richtig glauben, das sich hier wirklich was tut kann ich aber erst wenn die Arbeiten auch begonnen haben. Und da ....... still ruht der See.

29.10.2010 In der SZ erscheint ein kurzer Artikel "Bahnlinie zwischen Görlitz und Zittau erst im März 2011 repariert". Damit haben sich mal wieder alle Vermutungen bestätigt und auch das könnte lässt den Ausgang wieder offen.

10.12.2010 In der SZ erscheinen zwei Artikel, allerdings sind auch diese Angaben wieder sehr "verschwommen", ob das an den Wassermassen im August lag?

04.01.2011 In der SZ steht folgendes: " Der Schnee hat die vom Hochwasser weggespülten Gleise am Berzdorfer See gnädig zu gedeckt. Nichts hat sich hier getan, seit in der Nacht zum 8.August die Neiße alle Hochwasserdämme überwand und direkt in den See floss. Noch nicht einmal der Heuballen rechts auf der kleinen Anhöhe ist weggebracht worden. Die Bahn hat eine Wiederinbetriebnahme für frühestens Juni angekündigt. "Zu spät", hat Landrat Bernd Lange schon gesagt, der die Neißetalbahn aus Zittau als entscheidenden Zubringer von Besuchern für die Landesausstellung ab 21. Mai ansieht. Ob die Bahn es sich noch einmal anders überlegt?"

22.01.2011 Im Januar wurden die Stellwerksgebäude im Hagenwerder und Hirschfelde versiegelt um Vandalismus vorzubeugen. Auch wenn die Gebäude damit erst einmal ganz verlassen wirken, gibt es auch einen kleinen Lichtblick.  Der Baubeginn für die Strecke ist auf den 31.01 festgesetzt. Was für Hagenwerder ein Hoffnungsschimmer ist, sieht für Hirschfelde dennoch düster aus. Hier ist nur ein durchgehendes Gleis in Planung, das Stellwerk wird es in Zukunft wohl nicht mehr geben. In der SZ am 20.01 ist ein Artikel erschienen,  der sich auch zum Aufbau der Neißetalbahn äußert. " Inzwischen hat die DB AG die Arbeiten zum Wiederaufbau ausgeschrieben. Bei guter Witterung könnten die Arbeiten Ende Januar beginnen, hofft Pfeiffer. Als Bauzeit sind drei Monate im Gespräche. Allerspätestens zum Beginn der Sächsischen Landesausstellung "Via Regia" am 21. Mai in Görlitz sollen im Neißetal wiede Züge rollen."

28.01.2011 In der SZ erscheint ein Artikel zum Baubeginn a, 30.01 und am 29.01 auf einer Fahrt mit dem Auto Richtung Zittau waren schon die ersten zwei Baumaschinen am Gleis zu sehen.

01.02.2011 In der SZ kann man folgendes lesen:

"Still und ruhig fließt die Pließnitz unter der Brücke in Hagenwerder, oben sieht man immer noch ihre Zerstörungskraft vom 7.August 2010. Gestern, fast ein halbes Jahr danach, hat endlich der Wiederaufbau der Bahnstrecke zwischen Zittau und Görlitz begonnen. Auf insgesamt 2,8 Kilometern müssen Gleise vom Schlamm befreit, Bahndämme neu gebaut sowie Technik in Bahnhöfen und an Bahnübergängen erneuert werden. Und weil es bis zum Baustart so lange gedauert hat, soll es jetzt offenbar umso schneller gehen. Schon in sechs Wochen, also Mitte März, sollen die Arbeiten beendet sein. Zunächst kamen gestern gleich reihenweise die Tieflader nach Hagenwerder, um Bagger, Radlader und anderes schweres Gerät heranzubringen. Die Telekom hat schon vorige Woche Bagger geschickt, um eigene Kabel zu sichern. An der Pließnitzbrücke in Hagenwerder wurden gestern medienwirksam die ersten Gleisschrauben aus den Schwellen gezogen. In dieser Woche geht es darum, Schienen und Schwellen abzumontieren und Platz zu schaffen für den Aufbau des neuen Bahndamms. Der Rückbau soll schon Ende der Woche geschafft sein, trotz mehrerer Baustellen: Am BerzdorferSee müssen 400 Meter Damm erneuert werden, bevor neue Gleise verlegt werden können. Südlich vom Bahnhof Hagenwerder sind zwei 100-Meter-Abschnitte komplett zerstört. Auf weiteren 600 Metern wird das verschlammte Schotterbett erneuert. Im Bahnhof von Hagenwerder müssen Kabel erneuert werden. Außerdem ist die Technik an den Bahnübergängen zu reparieren.

Für Hirschfelde muss sich in den nächsten Wochen entscheiden, ob der Ort einen eingleisigen Haltepunkt erhält oder einen Bahnhof mit Nebengleis, auf dem sich Züge wie bisher begegnen können. Auf die Fahrgäste hat die Entscheidung aber keinen Einfluss, weil das Bahnhofsgebäude in beiden Fällen nicht reaktiviert wird. Auch die Weiche zum Gewerbegebiet bleibt erhalten. Fest steht, dass in Hirschfelde auf 1,6 Kilometern das Gleis erneuert werden muss.

Außerdem ist das Hirschfelder Stellwerk vollständig zerstört. Es wird aber nicht mehr benötigt, wenn die Strecke künftig eingleisig bleibt. Für die beiden Bahnübergänge wird ein Provisorium eingerichtet. Sie werden 2012 erneuert und erhalten dann auch ein Zwangsbremssystem, das Kollisionen von Zügen und Autos verhindern soll. Ansonsten sei auf Nebenstrecken ein Bremssystem, das Unfälle wie den am Sonnabend in Sachsen-Anhalt geschehenen verhindern soll, nicht vorgesehen, erläutert Benedikt Rothe von der Netz AG der Deutschen Bahn. Für die Ostritzer muss noch geklärt werden, wer die Brücke zum Haltepunkt auf polnischer Seite repariert. Trotz solch offener Fragen ist Hans-Jürgen Pfeifer, Leiter des Verkehrsverbundes Zvon, froh über den Wiederaufbau. Für den Zvon habe die Strecke nie zur Diskussion gestanden, betonte er gestern in Hagenwerder. Zuletzt hätten immer mehr Menschen die Neißetalbahn genutzt, auch wegen der auf 34 Minuten verkürzten Fahrzeit.

Ein größerer Hochwasserschutz, etwa durch mehr Durchlässe, ist indes für den Bahndamm nicht geplant. Das hätte langwierige Planungen zur Folge gehabt und den Baustart in nicht absehbare Ferne gerückt, erläutert Zvon-Chef Pfeiffer. Die Deutsche Bahn rechnet außerdem vorläufig nicht mehr mit Flutausmaßen wie 2010. Und reguläre Hochwasser würden dem Bahndamm nichts anhaben, sagt ein Mitarbeiter vor Ort und blickt von der Brücke dorthin, wo die Pließnitz als schmales Bächlein durch den Schnee fließt."

09.03.2011 In der SZ kann man folgendes lesen:

Tja, damit muss man in den Wintermonaten aber auch nicht rechnen, Frost im Februar?! Die geplanten Termine haben bei mir jedenfalls schon im Vorfeld Zweifel aufkommen lassen. Wunschtraum und Realität sind eben doch zwei paar Schuhe.

28.03.2011 In den letzten Wochen haben sich dann die Ereignisse doch fast überschlagen. Am 13.03 war der Damm zwischen Görlitz und Hagenwerder bereits in geringer Höhe geschüttet und am 20.03 war er mit Unterbau fertig. Montag ging´s dann mit dem Oberbau weiter und am 23.03 wurde schon gestopft. Von der Tauchritzer Schranke Richtung Polen wurde noch am 26.03 ein Bagger gesichtet. Auch hier gehen die Arbeiten zügig vorran.

In Hirschfelde wurde auch zügig gearbeitet. Die Weichen im Bahnhof wurden ausgebaut, es gibt nur noch ein durchgehendes Gleis, damit ist das Ende des Bahnhofes besiegelt. Für die Beschäftigten ein schnelles Ende, war doch der Betrieb des Bahnhofes Hirschfelde bis zur Inbetriebnahme des ESTW Zittau 2014 geplant. Die Schranken wurden ebenfalls rückgebaut. Hier ist mir allerdings noch unklar wie dort die Sicherung erfolgen soll.

Für die Bilder geht man Dank an D. Krause und Th. Randig

01.04.2011 Nein es ist kein Aprilscherz, seit dem 01.04.11 ist die Strecke Görlitz - Zittau wieder befahrbar. In der Zeit von 12.00 - 16.00 Uhr musste jedoch noch einmal Schienenersatzverkehr eingerichtet werden, auf dem Gebiet der PKP war es zu einem Schienenbruch gekommen. Noch gibt es ein paar kleinere Probleme mit den Zugmeldeleitungen, aber diese werden in den nächsten Tagen behoben sein. Damit sind nach 7 Monaten die Hochwasserschäden an der Neißetalbahn behoben. Was für Hagenwerder gut ausging, endete für Hirschfelde abrupt - aus dem Bahnhof wurde ein durchgehendes Gleis und ein Haltepunkt.


 

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